Zur vertiefenden Untersuchung der Wirkungen der Zuständigkeitsveränderung werden neben breit angelegten landesweiten Erhebungen jeweils zwei ausgewählte Kommunen im Bereich beider Landschaftsverbände intensiver in die Untersuchung einbezogen werden. Bei den vertiefenden Evaluations-arbeiten in diesen Kommunen sollen insbesondere Planungsprozesse näher untersucht werden. Darüber hinaus sollen in den Regionen Angebote zur gemeinwesenorientierten Qualifizierung erprobt werden.

1. Vertiefung und Evaluation
Die Erstellung von Porträts der 54 Gebietskörperschaften und die Bildung einer Typologie regionaler Gebietskörperschaften auf der Grundlage der Ersterhebung muss sich aufgrund der großen Anzahl der zu erhebenden Daten auf wenige Aspekte beschränken. In den Projektregionen kann genauer untersucht werden, in welcher Weise sich unterschiedliche Ausgangsbedingungen auf die Entwicklungen im Projektzeitraum auswirken. Vor der landesweiten Erhebung sollen die Erfahrungen mit den Instrumenten in den Projektregionen ausgewertet werden.

Die Ersterhebung soll ergänzt werden durch:

  • weitere Leitfadeninterviews mit relevanten Akteuren im regionalen Hilfesystem;
  • die teilnehmende Beobachtung an Planungssitzungen und die Evaluation von Planungsprozessen;
  • die teilnehmende Beobachtung an Sitzungen zur Individuellen Hilfeplanung in Verbindung mit einer nachgehenden Beobachtung der Entwicklung einzelner Hilfearrangements und der Evaluation der Wirkungen;
  • eine qualitative Untersuchung der neu entstehenden Unterstützungsangebote.

Seitens des Landschaftsverbandes wurden Verfahren zur Individuellen und Örtlichen Hilfeplanung eingeführt. Bestimmte Aspekte der Evaluation und des Controllings sollen in den Projektregionen bearbeitet werden.

2. Modellhafte Erprobung
Auf der Grundlage der Rahmenkonzeption sollen in den Projektregionen mit allen beteiligten Akteuren Vorschläge zur Qualifizierung in den Bereichen

  • Sensibilisierung des Gemeinwesens;
  • Einbeziehung von Betroffenen in Planungsprozesse;
  • Förderung der Kompetenz von Menschen im Umgang mit professionellen Hilfen
    erarbeitet werden.

3. Vorgehen
1.) In den Projektregionen soll die Ersterhebung möglichst zeitnah durchgeführt und ausgewertet werden. Die Erfahrungen dort sollen für die landesweite Erhebung ausgewertet werden.

2.) Bezüglich der Erhebung von Basisdaten zur Beobachtung der Entwicklung in den Landkreisen und kreisfreien Städten müssen Absprachen mit den Landschaftsverbänden und den kommunalen Spitzenverbänden getroffen werden. Die Projektregionen sollen in den Prozess der Abstimmung einbezogen werden. Im weiteren Verlauf des Projektes sollen Instrumente zu einem einzelfallbezogenen Controlling entwickelt werden. Dies bezieht sich auf die Verläufe der Hilfegewährung, die Effekte der individuellen Hilfeplanung und die Kostenentwicklung. Auch in diesem Bereich ist die Begleitforschung auf Unterstützung in den Projektegionen angewiesen, wenngleich die Ansprechpartner in diesem Bereich in erster Linie die Landschaftsverbände sind.


3.) Zur Evaluation der Verfahren zur Individuellen und Örtlichen Hilfeplanung, die durch den Landschaftsverband Westfalen-Lippe eingeführt werden, soll eine Arbeitsgruppe gebildet werden. Für die Mitarbeit in dieser Arbeitsgruppe sollen Mitarbeiter aus der Verwaltung und Mitarbeiter der freien Träger aus den Projektregionen gewonnen.

4.) Im Frühjahr 2004 sollen Auftaktveranstaltung in den Projektregionen stattfinden. Sie sind zur Vorstellung des Projektes und der Ermittlung des vordringlichen Qualifizierungsbedarfes gedacht.

5.) Es wird angeregt in den Projektregionen zu bilden, die sich aus Vertreter/innen von Zusammenschlüssen behinderter Menschen, der Freien Wohlfahrtspflege, der Gebietskörperschaft und des jeweiligen Landschaftsverbandes zusammensetzen. Es wäre sinnvoll, wenn die Projektgruppen an bestehende Strukturen (Behindertenbeirat, Planungsgruppe) anknüpft. Es ist auch möglich, dass die Aufgabe einer bestehenden Arbeitsgruppe übertragen wird.

6.) Die zuständigen Mitarbeiter/innen des ZPE erstellen im Anschluss an die Auftaktveranstaltung einen Arbeits- und Zeitplan für die weitere Projektarbeit, der mit den Regionen abgestimmt wird.

7.) Die Durchführung von Qualifizierungsmaßnahmen wird seitens des ZPE vorbereitet. Die konzeptionellen Überlegungen zu den Qualifizierungsmaßnahmen, die Schritte zur Vorbereitung und die Erfahrungen mit den durchgeführten Veranstaltungen sollen dokumentiert werden. Sie sollen so den anderen Regionen in NRW als Arbeitsmaterialien im Internet zugänglich gemacht und zum Abschluss des Projekts in einer Arbeitshilfe zusammengefasst werden.

 
K. Miller, 22.10.2008